Phimose (Vorhautverengung)

Synonyme: Vorhautverengung
Phimose, Vorhautverengung

Die Phimose lässt sich am einfachsten als ein Missverhältnis zwischen Vorhautweite und Größe der Eichel beschreiben. Während es dem Kind oder dem Mann bei einer unvollständigen Phimose noch möglich ist, die Vorhaut über die Eichel zurückziehen, ist dies bei der vollständigen Phimose ausgeschlossen.

Dieser Zustand ist bei Kleinkindern bis zum Ende des 2.–3. Lebensjahres absolut normal, jedoch kann es bei Fortbestehen der Vorhautverengung zu Komplikationen kommen, die eine ärztliche Behandlung notwendig machen.1 Bei Kindern fällt die Phimose vor allen Dingen durch Schwierigkeiten beim Urinieren auf, Jugendliche und Erwachsene merken aufgrund von Schmerzen bei Erektion und Geschlechtsverkehr, dass etwas nicht stimmt. Die Diagnose lässt sich beim Urologen im Handumdrehen stellen und es folgt oft zunächst eine Therapie mit Salben und bei Erfolglosigkeit die komplette oder teilweise chirurgische Entfernung der Vorhaut.

Phimose (Vorhautverengung): Inhaltsverzeichnis

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Ursachen Phimose (Vorhautverengung)

Die Phimose wird in zwei Formen eingeteilt, die auf die Ursache der Erkrankung schließen lassen. Die angeborene Phimose äußert sich schlicht durch ein Fortbestehen der bis zum 3. Lebensjahr normalen Vorhautverengung, die genaue Ursache ist unbekannt. Bei der erworbenen Form stehen Verletzungen der Vorhaut durch gewaltsames Zurückziehen der Vorhaut mit anschließender narbiger Verheilung im Vordergrund. Auch Vorerkrankungen der Haut und wiederkehrende Entzündungen der Penisspitze (Balanitis) können zur Entstehung beitragen.

Symptome und Anzeichen

Die Symptome können je nach Alter des Patienten und Art der Phimose unterschiedlich sein. Bei Kindern fällt vor allem bei starker Ausprägung ein ballonartiges Aufblähen der Vorhaut beim Wasserlassen auf, der Strahl ist dabei abgeschwächt und eventuell seitlich abgelenkt. Männer im geschlechtsreifen Alter werden bei der unvollständigen Phimose vor allem durch Schmerzen beim erigierten Penis aufmerksam, während im erschlafften Zustand keine Beschwerden bestehen. Auch bei der vollständigen Phimose stehen Schmerzen bei Erektion und Geschlechtsverkehr im Vordergrund, jedoch kann die Vorhaut hier auch im schlaffen Zustand nicht über die Eichel zurückgezogen werden. Infolge der Verengung kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen, zu denen wiederkehrende Harnwegsinfektionen und Entzündungen der Eichel (Balanitis) gehören. Besonders bei der unvollständigen Phimose besteht die Gefahr der sogenannten Paraphimose, bei der die Eichel nach dem Zurückziehen der Vorhaut abgeschnürt wird, was zu einer notfallmäßigen Einlieferung in eine urologische Klinik führen kann.

Diagnose

Die Vorhautverengung gehört zu den Blickdiagnosen und kann durch das einfache Betrachten und Abtasten durch den Arzt und ohne Anwendung aufwendiger Tests sicher diagnostiziert werden. Der Arzt bewertet dabei, inwiefern sich die Vorhaut zurückziehen lässt und ob sich dabei ein sogenannter Schnürring bildet. Gegebenenfalls fällt bereits vor der Tastuntersuchung eine rüsselartige Vorhaut mit punktförmiger Öffnung auf.
Während die Diagnose ohne weiteres vom Hausarzt gestellt werden kann, sollte die Behandlung beim Urologen erfolgen, der auf diese Erkrankung spezialisiert ist.

Differentialdiagnose

Von der gewöhnlichen Phimose müssen Veränderungen abgegrenzt werden, die infolge vorbestehender Hauterkrankungen entstanden sind. Hier spielt zum Beispiel der Lichen sclerosus eine Rolle, der mit einer Verhärtung der Vorhaut (Sklerosierung) einhergehen kann.

Therapie und Behandlung

Die Therapieverfahren richten sich nach Art und Schwere der Phimose sowie nach dem Alter des Patienten. Gerade im frühen Kindesalter wird eine abwartende Haltung bevorzugt, da es zu einer spontanen Rückbildung der Verengung kommen kann. Bei Fortbestehen sollte ein Therapiebeginn im Vorschulalter angestrebt werden, das problemlose Urinieren und eine gute Hygiene sollten jedoch zu jeder Zeit gegeben sein. Zunächst wird ein Behandlungsversuch mit einer cortisonhaltigen Salbe unternommen, der in 75 Prozent der Fälle zu einem anfänglichen Erfolg führt. Jedoch ist hier das Risiko eines erneuten Auftretens der Phimose hoch. Die endgültige Therapie, sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern, stellt die Beschneidung (Circumcision) dar. Hierbei unterscheidet man zwischen der vorhauterhaltenen Operationen, bei der eine Vorhautschürze bestehen bleibt, und der radikalen Circumcision, bei der die gesamte Vorhaut entfernt wird. Die Wahl der Therapie ist nicht immer Geschmackssache und erfolgt unter Abwägung der Vor- und Nachteile in Rücksprache mit dem behandelnden Urologen.

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Quellen/Redaktion

Autor:

Andreas Wolter

Medizinisches Review:

Derzeit in Bearbeitung


Quellen:

1AllEx – Korrigierte elektronische Version Stand 07.10.2013. 1. Auflage 2012. Georg Thieme Verlag, Stuttgart

MSD Manual. 6. deutsche Auflage 2000. Urban&Fischer Verlag, München/Jena