Borderline-Syndrom

Synonyme: Borderline-Persönlichkeitsstörung, Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs
Borderline-Syndrom, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs

Das Borderline-Syndrom wird zu den sogenannten Persönlichkeitsstörungen gezählt. Es ist charakterisiert durch emotionale Ausbrüche und einer Neigung zu Impulsivität. Typisch sind instabile, zwischenmenschliche Beziehungen mit stark wechselnder Intensität und selbstzerstörerisches Verhalten bis hin zu Selbstmordversuchen.

Die Ursache des Borderline-Syndroms ist unklar, Erklärungsversuche beschreiben ein Zusammentreffen genetischer Veranlagung mit einer gestörten psychischen Entwicklung im Kindesalter. Die Diagnose wird anhand der Symptomatik gestellt. Therapeutisch kommt Verhaltenstherapie in Einzel- und Gruppensitzungen zum Einsatz.

Borderline-Syndrom: Inhaltsverzeichnis

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Ursachen Borderline-Syndrom

Die Ursachen des Borderline-Syndroms sind unklar. Es gibt unterschiedliche Erklärungsansätze. Am ehesten wird von einer gestörten psychischen Entwicklung im Kindesalter, mit einem Unvermögen der emotionalen Kontrolle, ausgegangen, die einhergeht mit genetisch bedingter Impulsivität.

Diagnose

Das Borderline-Syndrom kann in unterschiedlichen Ausprägungen auftreten. Betroffene leiden unter unkontrollierbarer Impulsivität, die sich häufig äußert in übermäßigen Geldausgaben, Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtslosem Verhalten im Straßenverkehr oder Fressanfällen. Es kommt oft zu unangemessenen Wutausbrüchen. Es wird ein andauerndes Gefühl der inneren Leere beschrieben, einhergehend mit selbstverletzendem Verhalten, wie beispielsweise Ritzen, das bis hin zu Selbstmordgedanken oder Selbstmordversuchen führen kann. Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind geprägt von hoher Intensität aber gleichzeitiger Instabilität und Unbeständigkeit. Es besteht häufig große Angst vor dem Verlassenwerden. Häufig sind Störungen des Selbstbildes und unklare Lebensziele. Das Borderline-Syndrom kann mit Essstörungen, Alkohol-und Drogenmissbrauch und Depressionen einhergehen.

Differentialdiagnose

Die Diagnose wird aufgrund der Symptome des Betroffenen gestellt. Dabei hilft ein Klassifikationsystem, das neun Kriterien vorgibt. Werden mindestens fünf davon erfüllt, kann die Diagnose gestellt werden (nach DSM-IV, einem Klassifikationssystem der American Psychiatric Association). Zu den Kriterien zählen unter anderem unkontrollierbare Impulsivität, unangemessene Wutausbrüche, ein andauerndes Gefühl der inneren Leere, selbstverletzendes Verhalten, Selbstmordgedanken oder Selbstmordversuche, instabile zwischenmenschliche Beziehungen, große Angst vor dem Verlassen-werden, Störungen des Selbstbildes und unklare Lebensziele.

Therapie und Behandlung

Eine ähnliche Symptomatik kann bei Depressionen, bei einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), bei bipolaren Störungen, Schizophrenie, Autismus, oder anderen Persönlichkeitsstörungen auftreten.

Die Betroffenen werden mit einer Verhaltenstherapie behandelt. Wichtig ist dabei eine beständige, tragfähige Beziehung zwischen Therapeut und Patient. Die Therapie sollte langfristig angelegt und gut strukturiert sein und klare Behandlungsziele besitzen. Eine gut geeignete Therapieform stellt die sogenannte Dialektische Behaviorale Therapie nach Marsha M. Linehan dar, die aus einer Kombination von Einzel- und Gruppentherapie besteht.

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Quellen/Redaktion

Autor:

Charlotte Seevers

Medizinisches Review:

Derzeit in Bearbeitung


Quellen:

ICD-10-GM-2015 F60-3-Emotional instabile Persönlichkeitsstörung

American Psychiatric Association. Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth, American Psychiatric Publishing, Arlington VA 2013. S: 663.